Australische Zentralbank warnt Anleger vor Investitionen in Kryptowährungen

Die RBA warnt, dass die Behörden und Regierungen auf der ganzen Welt schon bald den „spekulativen Hype“ um Kryptowährungen beenden könnten.

Die Zentralbank von Australien (RBA) warnt die australischen Anleger explizit vor Investitionen in den Kryptomarkt und äußert beträchtliche Zweifel an der gesamten Kryptobranche.

Die entsprechenden Äußerungen machte Tony Richards, der Chef der Zahlungsabteilung der RBA, am Donnerstag im Rahmen einer Rede, in der er Stellung zur Blockchain-Technologie, Kryptowährungen, Stablecoins und Zentralbank-Digitalwährungen (CBDCs) bezog.

In seiner Rede warf er dabei beträchtliche Zweifel am Wachstum des Kryptomarkts im laufenden Jahr auf und nimmt ganz besonders „Scherz-Kryptowährungen“ wie den Dogecoin (DOGE) und den Shiba Inu (SHIB) ins Visier:

„Der jüngste Boom auf diesem Markt lässt sich stellvertretend dadurch illustrieren, dass der Dogecoin, der Ende 2013 als Scherz gegründet wurde, im Juni 2021 zwischenzeitlich eine Marktkapitalisierung von 88 Mrd. US-Dollar erreicht hat.“

„Die Kryptowährung Shiba Inu, die scheinbar genauso wenig Mehrwert hat, ist derweil das neuntgrößte Krypto-Projekt mit einer Marktkapitalisierung von aktuell 26 Mrd. US-Dollar“, so Richards weiter.

Die große öffentliche Aufmerksamkeit für Krypto sieht der RBA-Zahlungschef „zweifellos durch Influencer und Tweets von Promis befeuert“. Die tatsächliche Beliebtheit der Anlageklasse in Australien negiert er gleichsam.

„Einige Meinungsforschungsinstitute behaupten, dass knapp 20 % der australischen Bevölkerung in Kryptowährungen investiert haben. Eine Umfrage kommt gar zu dem Ergebnis, dass 5 % der Australier den Dogecoin besitzen. Ganz ehrlich, ich finde diese Zahlen ziemlich unrealistisch“, wie Richards zu bedenken gibt.

Deshalb warnt der Zentralbanker, dass es drei mögliche Szenarien gibt, in denen „die spekulative Nachfrage“ auf dem Kryptomarkt plötzlich wegbricht und die Krypto-Projekte keinen wirklichen Nutzen und Wert mehr haben.

Im ersten Szenario würden sich Anleger „weniger von Hypes“ und Torschlusspanik (FOMO) leiten lassen und stattdessen verstärkt auf die Warnungen von Regierung Behörden hören.

Im zweiten Szenario würden die Regierungen auf der ganzen Welt verstärkt gegen Kryptowährungen, die auf stromfressenden Proof-Of-Work (PoW) Konsensverfahren basieren wie zum Beispiel Bitcoin (BTC), vorgehen, während im dritten Szenario allen voran Finanzämter zum Rundumschlag gegen Finanzkriminalität und Steuerhinterziehung per Krypto ausholen würden.

Steve Vallas, der Geschäftsführer von Blockchain Australia, wehrt sich vehement gegen die Generalkritik an der ganzen Branche. So antwortet er gegenüber Cointelegraph auf die Einlassungen von Richards:

„Einige Behörden halten noch immer an ihrem engstirnigen Blick auf die spekulativen Elemente des Kryptomarkts fest. Mit dieser Perspektive verkennen sie jedoch die gesamte Infrastruktur, die sich im Laufe der Jahre um die ganze Branche aufgebaut hat.“

Auch Senator Andrew Bragg, der sich in Australien für eine klare und deutliche Krypto-Regulierung einsetzt, schlägt in diese Kerbe und meint, dass „die RBA viel zu kurzsichtig auf Kryptowährungen schaut, denn der Nutzen und Mehrwert dieser Technologie ist enorm“.

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