Chef der US-Bankenaufsicht OCC fordert stärkere Krypto-Regulierung

Der Oberste Bankenaufseher verweist auf Binance und Tether als Negativbeispiele für die Kryptobranche.

Im Rahmen der aktuellen Konferenz der American Fintech Council hat Michael J. Hsu, der Chef der US-Bankenaufsicht OCC eine verstärkte Regulierung von Krypto-Unternehmen gefordert.

„Besonders große Krypto-Unternehmen – allen voran die Herausgeber von stark zirkulierenden Stablecoins – sollten vollumfänglich beaufsichtigt werden. Gleichsam müssen sich die Regulierer auf Landesebene und Bundesebene zunächst darum kümmern, passende Vorschriften zu entwickeln, damit solche Unternehmen überhaupt erst in den Zuständigkeitsbereich der Bankenaufsichten gebracht werden können. Damit könnten sichere und geprüfte Krypto-Unternehmen klar von solchen differenziert werden, die nur teilweise reguliert sind und immer mal wieder Kontrollverluste haben, wie zum Beispiel Binance und Tether.“

Das Office of the Comptroller of the Currency (OCC) ist in den USA die oberste Behörde zur Beaufsichtigung von Banken und des Bankenwesens. Hsu sieht besonders die Stablecoin-Herausgeber in ähnlicher Funktion, weshalb er diese nun scheinbar unter seine Aufsicht bringen will.

Dahingehend führt er aus:

„Die schnelle Expansion der Krypto-Unternehmen und die Vermischung von privatwirtschaftlichen und institutionellen Aktivitäten wirft die Frage auf, ob es nicht vielleicht eine Trennung wie nach dem Glass-Steagall-Act braucht.“

Der Glass-Steagall-Act war ein im Jahr 1933 erlassenes Bundesgesetz in den USA, das Investmentbanking und Privatbanking voneinander getrennt hat. 1999 wurde das Gesetz jedoch wieder aufgehoben.

Abschließend warnt Hsu, dass das „rapide Marktwachstum der Kryptobranche lediglich vom Wachstum der Betrugsprojekte und Verbraucherbeschwerden in diesem Sektor übertroffen wird. ‚Alles muss schnell gehen, auch wenn dabei ein paar Dinge kaputt gehen‘, ist das vorherrschende Mantra der Techbranche. Im Bezug auf Finanzdienstleistungen sollten wir dabei jedoch immer bedenken, dass diese ‚Dinge‘ die Menschen und ihr Geld sind.“

Dabei hat die OCC zuletzt selbst eine wilde Zeit erlebt, denn die für das Amt nominierte Saul Omarova wurde jüngst vom US-Parlament dazu aufgefordert, ihre Abschlussarbeit über den Marxismus vorzulegen. Darüber hinaus will die OCC in Zusammenarbeit mit anderen Regulierungsbehörden Vorschriften zum rechtlichen Umgang mit Kryptowährungen entwerfen. Hsu hatte sich im Januar zudem kritisch über die Gestaltung der Reserven von Tether geäußert.

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