Neuer Klassiker? Chinas Bitcoin-Verbot schürt „Angst“ unter Tradern

Der Bitcoin-Derivatemarkt schwankt nun zwischen neutral und bärisch, nachdem China sein „Krypto-Verbot“ bekannt gab und zu einem BTC-Rückgang auf 40.600 US-Dollar führte.

China verbietet Bitcoin (BTC). Mal wieder.

Nein, wir haben keine Zeitreise gemacht. Am 24. September hat die chinesische Zentralbank (PBoC) ein neue Maßnahmen zur Förderung der ressortübergreifenden Koordination bei der Bekämpfung von Kryptoaktivitäten ergriffen. Mit den Maßnahmen will man „die Zahlungskanäle abschneiden und die entsprechenden Webseiten und mobilen Anwendungen entsprechend den Gesetzen entsorgen“.

Die meisten Anleger dürften den monatlichen Optionsverfall von BTC im Wert von 3 Milliarden US-Dollar und Ether (ETH) im Wert von 1,5 Milliarden US-Dollar, der weniger als eine Stunde vor der Bekanntgabe des Krypto-Verbots stattfand, verpasst haben. Laut „Molly“, einer ehemaligen Mitarbeiterin des Bitcoin Magazine, wurden die Nachrichten aus China ursprünglich am 3. September gepostet.

Wenn jedoch ein Unternehmen von der negativen Kursentwicklung profitieren wollte, wäre es sinnvoller gewesen, die Nachricht vor dem Verfallstag am Freitag um 8:00 Uhr UTC zu veröffentlichen. Zum Beispiel wurde die Put-Option bei 42.000 US-Dollar wertlos, weil der Verfallspreis von Deribit bei 44.873 US-Dollar lag. Diese Optionsinhaber hatten das Recht, Bitcoin zu 42.000 US-Dollar zu verkaufen. Aber es bringt nichts, wenn der Verfall von BTC über diesem Niveau passiert.

Für die Verschwörungstheoretiker da draußen: Der Bitcoin-Futures-Verfall an der Chicago Mercantile Exchange (CME) nimmt den Durchschnittskurs zwischen 14:00 und 15:00 Uhr UTC. Daher pendelte sich das potenzielle offene Interesse in Höhe von 340 Mio. US-Dollar bei etwa 42.150 US-Dollar ein. An den Futures-Märkten stehen sich Käufer (Longs) und Verkäufer (Shorts) stets gegenüber, so dass es praktisch unmöglich ist, zu erraten, welche Seite die größere Feuerkraft hat.

Bitcoin-Kurs auf Bitstamp in USD. Quelle: TradingView

Trotz Rückgangs um 4.000 US-Dollar beliefen sich die Gesamtliquidationen bei gehebelten Long-Futures-Kontrakten auf weniger als 120 Mio. US-Dollar. Diese Daten sollten für Bären äußerst besorgniserregend sein, da sie darauf hindeuten, dass die Bullen nicht übermäßig selbstbewusst sind und keine extremen Hebel setzen.

Profi-Händler skeptisch, aber neutral

Um herauszufinden, wie bullisch oder bärisch professionelle Händler sind, sollte man die Futures-Prämie, auch bekannt als „Basisrate“, betrachten.

Dieser Indikator misst die Differenz zwischen längerfristigen Futures-Kontrakten und den aktuellen Spotkursen. In einem gesunden Markt kann man mit einer annualisierten Prämie zwischen 5 und 15 Prozent rechnen.

Diese Preislücke entsteht dadurch, dass Verkäufer mehr Geld fordern, um die Abrechnung länger aufzuschieben. Geht diese Zahl allerdings weit zurück oder fällt sogar ins Negative, wird Alarm geschlagen. Diesen Prozess nennt man auch „Backwardation“.

Bitcoin 3-Monats-Future-Kontrakte Basissatz. Quelle: Laevitas.ch

Man beachte, dass der starke Rückgang aufgrund des Rückgangs um 9 Prozent am 24. September die annualisierte Futures-Prämie auf den niedrigsten Stand seit zwei Monaten sinken ließ. Die aktuellen 6 Prozent liegen am unteren Ende des „neutralen“ Bereichs. Damit endete eine moderate Aufwärtsbewegung, die bis zum 19. September andauerte.

Um festzustellen, ob diese Bewegung nur hier zu sehen war, sollte man auch die Optionsmärkte analysieren.

Optionsmärkte bestätigen: Händler kommen in „Angst“-Zone

Der 25-Prozent-Delta-Skew vergleicht ähnliche Call- (Kauf) und Put-Optionen (Verkauf). Diese Indikator wird positiv, wenn „Angst“ vorherrscht, da die Prämie für Put-Optionen höher ist als die für Call-Optionen mit ähnlichem Risiko.

Das Gegenteil ist der Fall, wenn die Market Maker bullisch sind. Das führt dazu, dass sich der 25-Prozent-Delta-Skew in den negativen Bereich bewegt. Werte zwischen minus 8 Prozent und plus 8 Prozent gelten in der Regel als neutral.

Deribit Bitcoin-Optionen 25-Prozent-Delta-Skew. Quelle: laevitas.ch

Der 25-Prozent-Delta-Skew bewegte sich seit dem 24. Juli im neutralen Bereich, stieg aber am 22. September auf 10 Prozent und signalisierte damit „Angst“ unter Optionshändlern. Nach einem kurzen erneuten Test der neutralen 8-Prozent-Marke hat die heutige Bitcoin-Kursentwicklung den Indikator auf über 11 Prozent ansteigen lassen. Dieses Niveau wurde ebenfalls zuletzt vor zwei Monaten zu beobachten und ähnelt den Signalen der BTC-Futures-Märkte.

Obwohl es am Bitcoin-Derivatemarkt keine Anzeichen für einen Bärenmarkt gab, hat der heutige Rückgang auf unter 41.000 US-Dollar dazu geführt, dass professionelle Händler in „Angst“ geraten. Das hat zur Folge, dass Händler von Futures-Kontrakten zögern, Long-Positionen mit Hebel zu eröffnen, während die Optionsmärkte eine Prämie für schützende Put-Optionen verzeichnen.

Wenn Bitcoin am Wochenende keine Stärke zeigt, könnten die Bären von der aktuellen Panik der Anleger profitieren.

Die Ansichten und Meinungen, die hier aufgeführt werden, sind ausschließlich die des Autoren und spiegeln nicht zwangsläufig auch die Ansichten von Cointelegraph wider. Jeder Investment – und Handelsschritt birgt ein Risiko. Recherchieren Sie gut, bevor eine Entscheidung treffen.

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