Spanien: Sozialistische Arbeiterpartei macht digitalen Währungsvorschlag

Spaniens älteste, aktive Partei will eine nationale Digitalwährung.

Die spanische Sozialistische Arbeiterpartei (PSOE), das regierende politische Organ in Spanien, unterstützt eine neue Initiative, bei der es um eine nationale digitale Währung geht.

Die PSOE ist Spaniens älteste aktive Partei und die führende Kraft im Abgeordnetenhaus. Sie hat einen nicht-gesetzlichen Vorschlag zur Einführung einer nationalen digitalen Währung gemacht. Hintergrund ist der anhaltende Rückgang der Bargeldnutzung, wie die lokale Nachrichtenagentur El Economista am Montag berichtete.

Die Partei merkte an, der Vorschlag sei eine Reaktion auf die Experimente der Europäischen Zentralbank mit einem digitalen Euro. Carlos Conesa, der Generaldirektor der Abteilung für Finanzinnovationen bei der spanischen Zentralbank, sagte kürzlich, „die Entscheidung, ein Projekt im Zusammenhang mit dem digitalen Euro zu starten, wird bald fallen“. 

Dem Vorschlag zufolge würde eine nationale digitale Währung eine höhere Liquidität ermöglichen. „Für den Fall, dass eine Geldmengenausweitung notwendig ist, ermöglicht sie einen direkteren Mechanismus, indem sie Liquidität direkt in die Girokonten einfließen lässt und so unmittelbar und ohne Zwischenhändler in die Wirtschaftstätigkeit transferiert.“

Die Partei erklärte weiter, eine spanische Digitalwährung würde „den Banken das ‚Privileg‘ über das Geld nehmen“. Es hieß auch, das Projekt würde „ohne die Verstaatlichung des Bankensystems oder die Verstaatlichung des Kredits“ erreicht werden.

„Derzeit ist es durchaus denkbar, dass jeder ein eigenes Konto mit digitalem Geld direkt bei der Zentralbank hat. Dieses Privileg ist im Moment noch nur den Banken vorbehalten“, wie es in dem Vorschlag heißt.

In diesem Zusammenhang: EZB-Präsidentin Christine Lagarde: Digitaler Euro könnte vier Jahre dauern

Laut El Economista schlug die PSOE erstmals Mitte Juni die Entwicklung einer nationalen digitalen Währung vor. Die Partei rief die Regierung dazu auf, eine spezielle Gruppe einzurichten, die die Auswirkungen der digitalen Währung auf die finanzielle Stabilität der spanischen Wirtschaft und der Eurozone insgesamt bewerten soll.

Die Europäische Zentralbank nimmt sich viel Zeit, um über den digitalen Euro zu diskutieren. Einige Beobachter zweifeln allmählich allerdings an der Wirksamkeit der hypothetischen Währung. Pablo Urbiola, eine Führungskraft bei der BBVA, argumentierte am Montag, es sei noch nicht genau klar, welche Art von Kundennachfrage der digitale Euro erfüllen solle.

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