Vitalik Buterin: Kryptomarkt in Spekulationsblase, Bitcoin könnte „abgehängt“ werden

Vitalik Buterin rät Bitcoin zum Umstieg auf ein anderes Konsensverfahren, da der Marktführer zukünftig sonst abgehängt werden könnte.

Ethereum-Mitgründer Vitalik Buterin sieht den Kryptomarkt aktuell in einer Spekulationsblase, zudem warnt er den großen Konkurrenten Bitcoin, dass dieser Gefahr läuft, abgehängt zu werden, falls der Marktführer zukünftig nicht umweltfreundlicher wird.

Die entsprechenden Äußerungen machte Buterin am Dienstag im Gespräch mit CNN. So gibt er hier an, dass „der Kryptomarkt bisher mindestens drei große Spekulationsblasen durchlaufen hat“, wovon eine zurzeit noch andauert.

Der 27-Jährige, der als Galionsfigur von Ethereum gilt, bewertet zwar nicht, ob der aktuelle Crash von Bitcoin bis auf 30.000 US-Dollar das Ende der momentanen Spekulationsblase darstellt, allerdings stellt er fest:

„Oftmals geht eine Spekulationsblase zu Ende, indem ein einschneidendes Ereignis dem Markt vor Augen hält, dass die Technologie noch nicht die vollständige Reife erreicht hat.“

Ein mögliches solches Ereignis könnten die jüngste Ankündigung von Elon Musk sein, der mit seinem einflussreichen Unternehmen Tesla wegen Umweltbedenken zukünftig auf Bitcoin als Zahlungsmittel verzichten will. Philip Gradwell, der Chefökonom des Krypto-Marktforschungsinstituts Chainalysis, befürchtet, dass dadurch nun auch andere institutionelle Investoren Vorbehalte gegenüber Kryptowährungen bekommen könnten.

Wird Bitcoin abgehängt?

Buterin hält die Bedenken bezüglich der Umweltschädlichkeit des Proof-Of-Work (PoW) Konsensverfahrens beim Mining von Bitcoin für gerechtfertigt.

„Der Stromverbrauch ist in der Tat massiv. Das wird die Welt nicht allein kaputt machen, aber nichtsdestotrotz ist es ein großes Problem.“

Ethereum ist in dieser Hinsicht schon einen Schritt weiter, denn die Smart-Contract-Plattform steigt mit dem Upgrade auf ETH 2.0 schon bald von PoW auf Proof-Of-Stake (PoS) um, ein Konsensverfahren, das laut Schätzungen bis zu 99 % energiesparender sein könnte. Dementsprechend betont auch Buterin das Potenzial des Umstiegs:

„Wir verbrauchen aktuell noch so viel Strom wie ein mittelgroßes Land, wohingegen wir später nur noch so viel wie ein kleines Dorf verbrauchen werden.“

Marktführer Bitcoin könne sich dem nicht verweigern und müsse früher oder später selbst über einen Wechsel auf PoS oder zumindest eine Mischform nachdenken.

„Wenn Bitcoin an der Technologie von heute festhält, dann läuft sie Gefahr, abgehängt zu werden.“

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